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letzte Änderung/last change: January 30, 2005

 

Wie zwei zur Ahnenforschung und zum Buch kamen

Schuld war nur Ingos Großtante Anni (Anna Schwankl * 19.02.1901) die am 01.06.1993 verstarb.

Nach der Beerdigung unterhielten wir uns etwas über die Familie Schwankl und Ingo notierte so nebenbei ein paar Daten, soweit er sich an die Erzählungen als Kind von seiner Oma (Sybille Emma Schwankl geb. 23.07.1904) erinnern konnte. Als Kind hatte er natürlich nicht so großes Interesse an den Familiengeschichten, was er nun bedauerte, denn wie sich herausstellte waren einige Geschichten sehr interessant.

Jedenfalls wurde an diesem Tag die Neugierde geweckt und der „Schwanklforschervirus“ hatte uns erfasst. Wir fingen an sämtliche noch lebende Verwandte anzurufen oder anzuschreiben. Mit verschiedenen trafen wir uns auch. Keine Bibliothek, kein Amt, keine Pfarrei und kein Friedhof waren mehr vor uns sicher. Mit Fotoapparat, Papier und Stift bewaffnet machten wir uns auf die Schwanklahnenjagd.

Unser erster wichtigster Kontakt waren und sind bis heute Charlotte und Georg Schwankl aus Wolfratshausen. Sie sind für uns ganz besondere Menschen. Mit ihnen hat sich ein sehr herzlicher Kontakt ergeben. Selbst als dieser leider immer wieder mal etwas dünner geworden ist, haben sie uns nie vergessen und uns nach und nach viele wichtige Informationen über die Geschichte der Wolfratshausener Schwankl geschickt und Kopien für uns gemacht. Selbst so wertvolle Stücke wie das Censur-Buch der II./III. Knabenklasse Wolfratshausen von 1840/41 haben sie uns geschenkt. In ihm sind die Noten und Beurteilung über Joseph Schwankl – dem Urvater der Erdinger Schwankl, * 1831 in Wolfratshausen, † 1916 in Erding, enthalten. Dieses Censur-Buch ist einer unserer wertvollsten Schätze. Durch Charlotte und Georg Schwankl konnten wir immer wieder Dinge klären und Neues erfahren. Meist hatte das zur Folge, dass wir uns wieder einmal auf den Weg machten.

Im Nachhinein können wir nicht genau sagen wie viele Kilometer wir in den 12 Jahren zurückgelegt, wie viele Briefe und eMails wir geschrieben und wie viel Telefonate wir geführt haben.

3 Jahre später, im Juli 1996, wir hatten schon eine ganze Menge zusammengetragen, schrieben wir über 100 Schwankl in Deutschland an, um mehr über die Familie, ihre Zusammenhänge und ihren Ursprung zu erfahren. Die Resonanz war mehr als traurig. Ganze 4 Antworten.

Dafür war eine der 4 Antworten nicht nur einfach ein Brief mit ein paar Namen und Daten. Es war ein ganzes Paket mit einem dicken Ordner und dem Buch „Die vergessenen Berufe der Glashütten im Bayerischen Wald“ Dieses Paket war von Johann Schwankl aus Regensburg. Johann hatte 1993 einen Forscher beauftragt und konnte sogleich mit einem großen Schwankl Stammbaum „Glasschmelzer“ aufwarten. Natürlich wurde dieses interessante Werk sofort verschlungen. Stundenlang blätterten wir, lasen wir. Dies war ein ganz besonderer Tag. Es bringt mit Sicherheit einige zum Schmunzeln, aber für uns war’s wie Weihnachten. Wir stellten fest, dass wir nun 2 große Stammbäume hatten. Den Glasschmelzerbaum von Johann Schwankl und unseren Buchbinderbaum. Und noch einige Kleinere.

Die Frage war und ist leider bis heute noch, wo die Verbindung zwischen den beiden großen Bäumen besteht. Sie ist zwar sehr gut erkennbar aber eben nicht 100 Prozent sicher.

Unermüdlich wie wir aber nun mal sind, ergaben sich aber noch ganz andere Überraschungen.

Dank der heutigen elektronischen Möglichkeiten konnten wir weitere Kontakte knüpfen und kamen so auf die Auswanderer in die USA. Wir grasten im Internet alle dort verfügbaren Telefonbücher nach Schwankl ab. Es stellte sich heraus, dass in USA ein ganze Menge Schwankl leben, hauptsächlich in Minnesota. Einem Tipp folgend sind wir auf die Internetseite des Stearns History Museum gestoßen. Das SHM sammelt alles, was geschichtlich in Zusammenhang mit Minnesota steht.. Gegen Gebühr kann man sich eine Kopie der Unterlagen anfordern. Und die Suchmaschine auf deren Internetseite brachte zu Schwankl tatsächlich Ergebnisse. An einer Bestellung kamen wir natürlich nicht vorbei.

Darunter ein Stammbaum der Schwankl in den USA, erstellt vor fast 25 Jahren von Janis Grittner Johnson. Wir waren wie erschlagen von so vielen Schwankl und nahmen sofort Kontakt zu ihr auf. Sie und ihre Mutter, Agnes Grittner, geb. Schwankl, haben uns noch viele Detailinformationen gegeben. Ohne Janis’ „Vorarbeit“ wäre der Stammbaum der Minnesota Schwankl mit Sicherheit nur ein „Bäumchen“. Auch aus diesem Grund mußte sie einfach als Co-Autorin erwähnt werden.

Und weil wir manchmal zu ungeduldig waren, trieb das auch unsere Telefonkosten gewaltig in die Höhe. Doch es hat sich durchaus gelohnt. Egal was die Technik  bietet, ein persönliches Gespräch bleibt ein persönliches Gespräch. Durch diese vielen, man kann schon fast sagen weltweiten Kontakte, kamen wir zu der festen Überzeugung: Alle Schwankl gehören zusammen! Ob in Norddeutschland, Österreich oder USA. Wir erhielten immer die gleiche Antwort. Ja, unsere Vorfahren kamen aus Deutschland, irgendwo in Bayern. Sobald wir ein paar Daten und Orte bekamen, stellten wir fest, es war nicht irgendwo in Bayern sondern in Niederbayern bzw. im Grafenauer Land. Es war immer wieder die gleiche Ecke aus der die Menschen kamen und die Orte liegen alle schön dicht beieinander.

Prof. Dr. Ludwig Reiner hatte die letzen Jahre immer ein geduldiges, offenes Ohr für Fragen, Vermutungen, Entdeckungen und hat uns über die Schwankl, die Geschichte Niederbayerns und des Grafenauer Landes viel Interessantes vermittelt und uns ein Gefühl für das Leben in den vergangenen Jahrhunderten in diesem Raum gegeben. Mit seinem umfassenden Wissen und seinem unermüdlichen Forscherdrang hat er dieses Buch zu einem besonderen Werk werden lassen.

Von Ludwig kam auch die Idee, gemeinsam dieses neue Buch über die Schwankl zu schreiben.

Unsere Begeisterung kann man kaum beschreiben. Schon oft hatten wir uns darüber unterhalten, wie wir verhindern könnten, daß unsere jahrelange Arbeit verloren geht. Wir haben beide keine Nachkommen und was soll aus unserer Forschung werden?

So stimmten wir dem Vorschlag von Ludwig sofort zu. Natürlich war Johann Schwankl mit seinem Glasschmelzerbaum mit von der Partie. Doch wir beide hatten keine Vorstellung, wie viel Arbeit jetzt noch auf uns zukommen würde. Abende, Wochenenden und Urlaube mußten dran glauben. Der eigentliche Erscheinungstermin des Buches sollte im Juni 2003 sein. Wegen des enormen Umfangs konnte dieser Termin jedoch unmöglich eingehalten werden.

Nun endlich zum 12. März 2005 wird das Buch erscheinen.

Hans Schopf der Vorstand des Heimatvereins d’Ohetaler Riedlhütte e. V., hat uns über die ganze Zeit hin begleitet. Man kann ihn unmöglich nur als Layouter bezeichnen. Unverzichtbar ist nicht nur seine Erfahrung, er ist auch ein wahres Multitalent. Stets zeigte er Interesse an Vorschlägen und Ideen und es gelang ihm den Wünschen eines jeden Autoren gerecht zu werden. Sicher standen im dabei die Haare mehr als nur einmal zu Berge.

Deshalb lieber Hans, ein Herzliches Dankeschön. Auch ohne Dich wäre dieses Buch nie entstanden.

 

 

Mit den vorangegangenen Zeilen glauben wir, ist es uns etwas gelungen zu verdeutlichen, wie viel Arbeit wirklich in so einem Projekt steckt. Nicht nur die Arbeit der Autoren, es waren viele Menschen, die halfen, dieses Buch entstehen zu lassen.

Und da wir gerade dabei sind, möchten wir es nicht versäumen uns zu bedanken.

Bei Carl Lehner aus Erding haben wir einen sehr schönen Nachmittag verbracht, bei dem er uns vieles erzählt hat. Selbst wenn es nicht um die Schwankl/Lehner gegangen wäre, alleine ihm zuzuhören hat sehr viel Freude bereitet.

Bei Edith Soika aus Allach, die wir auch besuchten, haben wir ein sehr schönes, altes Fotoalbum bekommen, mit vielen Bilder der Erdinger Schwankl. Das älteste ist ca. von 1880. Dieses Album ist ebenfalls ein wertvoller Schatz.

Mit am unglaublichsten war die Begegnung mit Roswitha Barthel. Wir sind nur zufällig ins Gespräch gekommen und ich hatte keine Ahnung, dass sie mehr über Schwankl wusste und hatte, als wir in fast 10 Jahren zusammenbekommen hatten. Roswitha Barthel hat ca. 150.000 Namen aus den Kirchenbüchern des Diözesanarchives Passau herausgeschrieben.

Verständlich, dass sie ihre Daten nicht so einfach „unter’s Volk“ verteilt, da so sonst mit Sicherheit von Anfragen überschüttet wird, die Arbeit aber bei ihr bleibt. Also haben wir ihr einfach unser gesamtes gesammeltes Material über die Schwankl zur Ergänzung ihrer eigenen Informationen gegeben und sie gefragt, ob sie, wenn einmal Zeit ist, vielleicht einmal ein Auge darauf werfen und uns evtl. ein paar ergänzende Informationen zukommen lassen könnte. Uns was kam? Ein dickes Paket, an dem wir zwei ganze Wochenende gearbeitet haben um die Informationen einzuarbeiten. Durch diese Informationen erst ist es gelungen, 6 Bäume und Bäumchen miteinander zu verschmelzen. Darunter die USA Schwankl mit den Bayreuther Schwankl und den Schwankl von Hella Weinschenk. Durch ihre Informationen wurden ganze 180 Jahre dem „Abtschlag-Minnesota/USA“ Stammbaum hinzugefügt. Auch der Schwankl Buchbinder Stammbaum konnte von ca. 1680 bis 1550 ergänzt werden. Unvorstellbar, wenn wir diese ganzen Informationen selbst hätten suchen müssen.

Gertraud Trautmann, geb. Schwankl, und ihr Bruder Helmut Schwankl, aus der Linie der Bayreuther Schwankl, die uns einfach ihre gesamten Forschungsergebnisse gaben, so dass wir diese mit den Informationen von Anja Söhnel, geb. Schwankl und einem der großen Stammbäume zusammenführen konnten.

Hella Weinschenk hat uns ebenfalls ihre Forschungsergebnisse ohne Zögern zur Verfügung gestellt. Wir wissen selbst, wie viel Arbeit dahintersteckt und um so dankbarer sind wir ihr.

Wolfgang Schwankl und seine Familie aus Leonding, Österreich haben es möglich gemacht, die österreichische Linie zu verbinden und diese Chronik mit weiteren Bildern und Hintergrundinformationen zu bereichern.

Die Mitarbeiter des Diözesanarchives sind für ihre Geduld und ihr Fachwissen zu bewundern. Wie oft sind wir in den Kirchenbüchern an der alten Schrift (oder der Klaue) der verschiedenen Pfarrer gescheitert und immer haben sie uns geduldig und mit freundlichen Worten geholfen. Wir hoffen sehr, dass ihr Projekt, alle Daten der Kirchenbücher elektronisch verfügbar zu machen trotz der derzeitigen Budgetstreichungen wieder aufgenommen werden kann. Erst durch diese Daten und ihren Zusammenhängen werden die Familiengeschichten, und auch die Geschichte, lebendig.

Um mehr über die Schwankl in USA zu erfahren, haben wir auch eine ganze Reihe dort angerufen. Darunter waren auch Charles Schwankl und seine Frau Rose aus Kansas, die uns sofort ihre Hilfe zusagten und uns die Informationen zu ihrem Zweig der Schwankl zuschickten und zudem eine Kopie der Arbeit von Janis Grittner Johnson. Leider haben wir den Kontakt nicht gehalten und ihnen erst Jahre später gesagt, wie sehr wir uns über ihre Hilfsbereitschaft gefreut haben.

Es hat uns überhaupt immer wieder erstaunt, wie hilfsbereit die Menschen in USA waren, die wir kontaktiert hatten. Eventuell hat dies damit zu tun, dass in den USA Genealogie, im Gegensatz zu Deutschland, einen ganz anderen Stellenwert hat, ebenso das Bewusstsein der Amerikaner um ihre Vergangenheit und woher ihre Familien ursprünglich kamen.

Unbedingt erwähnen möchten wir auch Brigadier General Gerald Schwankl, Washington. Ebenfalls sehr an der Geschichte seiner Familie interessiert, war er selbst schon im Diözesanarchiv in Passau, um die Eltern der Auswanderer Franz Xaver Schwankl & Martina Adelmann zu finden. Über 5 Ecken, d. h. Tipps von anderen Schwankl, kamen wir auf Gerry und bekamen von ihm die ersten Hinweise, wo wir anknüpfen könnten.

An einem Punkt beauftragten wir einen professionellen Forscher, Reinhard Hofer (hofer-bavaria@t-online.de bzw. www.emigration-research.de.vu) aus Ruhstorf, um einmal wieder etwas weiterzukommen. Leider fehlt uns zeitweilig einfach die Zeit um selbst zu forschen. Mit dem Ergebnis und der Qualität seiner Nachforschungen waren wir äußerst zufrieden und wenn es uns möglich wäre, wäre er derjenige, den wir beauftragen würden wirklich alles über die Schwankl, aus allen Archiven, herauszufinden.

Da die USA doch nicht so nahe liegt um mal kurz in ein Archiv zu sehen, beauftragten wir den Forscher Patrice Hartman (patrice@pop.ctctel.com), Regent, North Dakota, USA. Patrice hat unsere Erwartungen mehr als erfüllt. Mit Akribie hat er jedes noch so kleine Detail zusammengetragen, Kopien gemacht und wirklich alle Informationen genutzt, die wir ihm zur Verfügung gestellt haben, um mehr herauszufinden. Sollten wir wieder einmal Informationen aus North Dakota, Minnesota und den angrenzenden Staaten benötigen, werden wir auf jeden Fall wieder auf Patrice Hartman zurückgreifen.

Dann wären da noch William Schwankl, North Dakota, und seine Mutter Betty Schwankl, geb. Johnson, die mit viel Geduld und Engagement all unsere Fragen beantwortet haben.

Gene Bartsch für seine Informationen zum Namen Pertler und die Verbindung zu Schwankl. Alois Emmer für die Informationen zu Andreas Schwankl & Theres Geier. Reinhard Mayer für seinen großzügigen Auszug über Schwankl aus seiner Datenbank. Richard A. Schwankl für die Informationen zu den Pennsylvania Schwankl, Reinhard Riepl zu Schwankl, Boxleitner und Donnerbauer.

Und ganz zum Schluß, als wir schon mitten in der Arbeit für die Chronik waren, stießen wir auf Christian Benz. Auf seiner Webseite (www.ahnenforschung-benz.de) hat er u. a. Güterbeschreibungen über Abtschlag zusammengetragen, auf der wir Wolfgang Schwänkl fanden, unseren damaligen Anfang des „Abtschlag-Minnesota/USA“ Baumes. Auf einen einfachen Anruf hin, ob er noch weitere Informationen zu diesem Wolfgang habe, ging er 3 volle Tage in das Archiv in Passau und „beschenkte“ uns mit 3 weiteren Generationen bis hin zu Georg Schwankl * ca. 1613. Auch hat er uns gestattet, Teile seiner Arbeit auf seiner Homepage für diese Chronik zu verwenden. Dies geht weit über die Hilfe unter Familienforschern hinaus und ihm gebührt dafür ein mehr als großes „DANKE“.

Weiter bedanken möchten wir uns noch bei Ivo de Bruin, Jürgen Reif, Colleen Maresca, Mark Skunberg, Frederick Scott Schwankl, Fritz Stein & Mary Stein Flanagan, Matthew Fischer, Rudolf Schwankl und nicht zu vergessen Tom Steichen, der uns sehr mit seine Hintergrundinformationen über Minnesota geholfen hat.

Und nicht vergessen wollen wir die Hilfsbereitschaft der Mitglieder der Rootsweb Mailing Listen: Bavaria, Bavarian-Ancestors, Deu-Bayern, Minnesota, Familysearch, German-NY, Hesse, ILRoots, NY-Census-Lookup, NYC-Roots, NYErie, NY-LongIsland, NYNassau & TheShiplist.

In den vergangenen 12 Jahren sind wir vielen Menschen begegnet und haben mit vielen gesprochen. Viel wurde uns erzählt und geschickt und wir waren immer wieder über die Hilfsbereitschaft überrascht (dies bezeugen auch die nahezu 1000 eMails, die über die Jahre zusammengekommen sind). Und sollten wir hier jemanden vergessen haben zu erwähnen, so kann der- oder diejenige sicher sein, dass wir in Wirklichkeit niemanden vergessen haben.

 

von Ingo ter Meulen & Lilian Ernst